Wie wichtig ist der Strassenverkehr?

Jeder, der seinen Fuss vor die Türe setzt, braucht eine Strasse, selbst wenn er oder sie zu Fuss zum Bahnhof geht. Heute werden 79 Prozent des Personenverkehrs und 61 Prozent des Güterverkehrs auf der Strasse abgewickelt. Ohne Strassen geht also gar nichts.

Seit 1970 hat sich der Personenverkehr in der Schweiz ungefähr verdoppelt. Während eines Jahres legen wir alle unvorstellbare 115 Milliarden Kilometer zurück - das ist 325'000 Mal zum Mond und zurück!

Gut zwei Drittel dieser Strecke werden mit Autos oder Motorrädern zurückgelegt. Das ist dreimal mehr als mit der Bahn. Acht Prozent der Distanz entfallen auf die Fussgänger und Velofahrer. Vier Prozent macht der öffentliche Verkehr auf der Strasse aus (z.B. Busse, Tram).

In der Schweiz gibt es gemäss Angaben des Bundes rund 72'000 Kilometer Strassen. Über die tatsächliche Grösse des Schweizer Strassennetzes ist von offizieller Stelle nichts bekannt. Seit 1983 weist das Bundesamt für Statistik bei den Gemeindestrassen mehr oder weniger die gleiche Zahl aus.

 

Strassenlänge nach Besitzer und Anteil in % am Gesamtnetz
Gemeindestrassen 72% 
Kantonsstrassen 25%
Nationalstrassen 03%
Quelle: Bundesamt für Statistik 2015  

 

 

Wie wertvoll sind die Schweizer Strassen?

Müsste man heute sämtliche Strassen der Schweiz neu bauen, würde das 255 Milliarden Franken kosten. Pro Einwohner macht das 31'000 Franken. Zum Glück sind die meisten Strassen bereits da! Die Frankenbeträge zeigen: Strassen sind wertvoll. Mit über 100 Milliarden Franken besitzen die Gemeinden knapp die Hälfte des gesamten Schweizer Strassenvermögens.

 

Wiederbeschaffungswert des Schweizer Strassennetzes
  Wiederbeschaffungswert (WB) in CHF Wertanteil
Nationalstrassen 81 Mrd. 32%
Kantonsstrassen 58 Mrd.  23%
Gemeindestrassen 116 Mrd. 45%
Total 255 Mrd, 100%

Quelle: Infra Suisse 2017

 

Was kostet ein Meter Strasse?

Im Durchschnitt kostet ein Meter neue Gemeindestrasse etwa 2'000 Franken. Teurer sind Kantons- oder Nationalstrassen. Sie kosten pro Meter zwischen 4'000 und 40'000 Franken.

 

Der Preis für ein neues Stück Strasse fällt sehr unterschiedlich aus. Dies hängt von der Art der Strasse und weiteren Faktoren ab: Güterstrasse oder Hauptstrasse? Ein- oder vierspurig? Führt sie durchs Gebirge oder durchs Flachland? Ist es ein Veloweg oder ein Lastwagenkorridor? Welche Art Entwässerung ist erforderlich? Welcher Belag wird eingebaut? Wie ist die Signalisation und Markierung? Die Liste liesse sich noch weiterführen. Keine Strasse ist wie die andere.

 

 

Wie lange hält eine Strasse?

Wie lange eine Strasse hält, hangt davon ab, wie stark sie befahren wird, welchen Witterungen sie ausgesetzt ist und wie häufig sie gewartet wird.

 

Eine Strasse baut man mit Vorteil so, dass sie den Belastungen standhält, denen sie ausgesetzt ist. Man wählt dementsprechend die Linienführung sowie die Dicke und Zusammensetzung der einzelnen Strassenschichten. Ist ein Element zu schwach gebaut, sinkt natürlich die Lebensdauer der Strasse. Wird eine Deckschicht zu spät saniert, entstehen Schäden an der Trag- oder Fundationsschicht.

 

Die verschiedenen Schichten einer Strasse haben eine unterschiedliche Lebenserwartung:

 

Deckschicht 15 Jahre
Tragschicht  35 Jahre 
Fundationsschicht 70 Jahre

 

 

Auch die Bauelemente im Strasseninnern unterliegen einer nutzungsabhängigen Lebensdauer:

 

Lebensdauer
Markierungen  ca. 4 bis 10 Jahre 
Randabschlüsse ca. 30 bis 40 Jahre
Werkleitungskanäle ca. 50 Jahre
Entwässerungsleitungen ca. 45 bis 90 Jahre
Schächte ca. 45 bis 90 Jahre
Fahrbahnübergänge ca. 25 Jahre
Brüstungen und Leitmauern ca. 50 Jahre

 

Die Sanierung einzelner Elemente einer Strasse mittel- und langfristig zu planen ist sehr anspruchsvoll. Mit einem klug gewählten Sanierungsintervall und einer kontinuierlichen Zustandsermittlung kann viel Geld gespart werden.

 

 

 

Texte dieser Seite stammen aus dem Buch:     37 Fragen und Antworten zum Strassenbau     Infra Suisse